Warum "Märsche des Lebens" stattfinden

Diese Bewegung entstand 2007 vorerst klein aus einer Gebetsaktion in Deutschland. In den darauffolgenden Jahren hat sie sich beinahe explosionsartig über achtzig Städte und zwölf Nationen nach dem Motto "Wege des Todes werden zu Wegen des Lebens" ausgebreitet.

Anstoß dafür gaben "Wege des Todes", die sich im Winter 1944/45 quer über das Deutsche Reichsgebiet zogen, als durch viele Städte und Dörfer Deutschlands und Österreichs endlose Routen von Todesmärschen führten, nicht nur von jüdischen Männern, Frauen und Kindern aller Altersgruppen, sondern auch Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und politischen Häftlingen vieler europäischer Nationen. Die SS ließ in den besetzten Gebieten im Osten alle von ihnen errichteten Konzentrationslager räumen, da sie in die Hände der Roten Armee zu fallen drohten. Schwache und kranke Insassen wurden getötet, alle anderen in endlosen Fußmärschen oder mit der Bahn in die Konzentrationslager auf Deutsches Reichsgebiet im Westen getrieben. Wer unterwegs zu fliehen versuchte oder zusammenbrach, wurde an Ort und Stelle erschossen, viele verhungerten oder erfroren. In jenen Monaten 1945 wurde die Zivilbevölkerung ganz unmittelbar mit den Massenmorden der nationalsozialistischen Herrschaft konfrontiert.

Eine kleine Gruppe Österreicher wurde erstmals 1995 auf einen Todesmarsch ungarischer Juden im April 1945 aufmerksam, als der ORF die Dokumentation "Alles Schweigen" ausstrahlte. Tausende Häftlinge wurden von Rechnitz im Burgenland durch die Steiermark über den Präbichl nach Eisenerz, durch das Ennstal bis ins Konzentrationslager Mauthausen nach Oberösterreich getrieben. Anlässlich des 50. Gedenkjahres begaben sich an die 100 Personen in den Apriltagen 1995 abschnittsweise auf diesen Weg. In einer Haltung der Buße gedachten sie der Verbrechen, die auf diesem Weg an tausenden entkräfteten jüdischen Menschen begangen wurden, nicht nur von Angehörigen der SS und SA, sondern auch von der lokalen HJ und des Volkssturms.

Beinahe 20 Jahre später möchten wir erneut mit unserem Gedenken, unseren Gebeten und Bekenntnis ein öffentliches Zeichen setzen und Gnade für unser Land erbitten und um Versöhnung mit dem jüdischen Volk ringen. Wir hoffen und beten, dass nicht nur bei Gedenkmärschen in Deutschland, Polen, Ukraine oder Litauen, in den USA, Bolivien oder Paraguay "Wege des Todes zu Wegen des Lebens" und zu Zeichen gegen Antisemitismus, Rassenhass und zum öffentlichen Bekenntnis zu Israel werden. Auch in Österreich können sich Routen von Todesmärschen in "Wege des Lebens" wandeln, wenn wir als Nachkommen der Tätergeneration unsere Familienwahrheiten gegenüber den Opfern und ihren Familien aussprechen und in demütigem Geist um Vergebung bitten.

Die kommenden zwei Jahre 2014/15 nehmen dabei als Zeitfenster von 70 Jahren eine besondere Bedeutung ein, wenn wir die Chance wahrnehmen, Überlebende des Holocaust persönlich gegenüberzutreten, und die "Decke des Schweigens" über unsere NS-Familiengeschichten zerbrechen!

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Um Überlebende einladen zu können, haben wir ein online-Sparbuch eingerichtet. Zum Gedenken von 70 Jahre Gusen II (1944-2014) wollen wir vor allem Überlebende von Gusen II einladen. Bitte helfen Sie uns und mit Ihrer Spende!

 

Ihre Spende für den "Marsch des Lebens" in Österreich können Sie auf folgendes Konto Überweisen:

 

Kontoinhaber: Christen an der Seite Israels - Österreich
Konto-Nr: 4100 235226
BLZ: 32667
IBAN:  AT12 3266 7041 0023 5226
BIC: RLN WAT WW PRB
Verwendungszweck: "Marsch des Leben"

 

Christen an der Seite Israels ist eingetragen bei der Bundespolizeidirektion Wien, Büro für Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten unter der Vereinsregister-Nr. ZVR 245887564. Der Verein ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt.